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Polar Routen e.V.
Internationale Vereinigung für
Wandern und Naturschutz in Grönland
 
 
Amitsorsuaq, vom Kanuzentrum aus gesehen
 
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4200 Jahre und ein Wanderweg

Eine im strikten Sinne unberührte Natur wird, wer auf diesem Weg wandert, nicht finden. Unseres Wissens etwa 1990 wurde die Polar-Route als Fernwanderweg markiert. Aber diese Gegend zwischen dem großen Eis und der Küste, die größte eisfreie Fläche an der Westküste Grönlands, ist schon lange, seit 4200 Jahren, als die ersten Menschen ihren Fuß auf Grönland setzten, eine Kulturlandschaft, auf der viele Menschen zu Fuß, mit dem Hundeschlitten oder mit Kajak oder Umiaq in Ost-West-Richtung hin- und hergewandert sind. Das heißt, dieses Wandergebiet ist älter als die Pyramiden Ägyptens. Solange Menschen in Grönland leben, haben sie diese Gegend auch als Jagdgrund im Sommer aufgesucht, und es gibt dort Hunderte von archäologischen Fundstätten, die das bezeugen. „Unberührt“, was auch immer dieses Wort heißen soll, ist Landschaft, durch die der Weg führt, zwar nicht; aber sie ist nahezu unverändert und sieht noch so aus wie am Tag, als der erste Mensch seinen Fuß darauf setzte. Das ist einmalig, und das ist die Botschaft, die, wer genau hinsieht, in den Spuren auf dem Weg lesen kann.
Die Menschen, die in früheren Jahrtausenden und Jahrhunderten hier lebten, hatten sicherlich noch keinen wissenschaftlich begründeten Begriff von Nachhaltigkeit – aber sie haben sie praktiziert! Wenn ein Weg eine Botschaft für die heutige Welt haben kann, dann ist das eine.

Dafür setzen wir uns ein!

Die Zahl der Wanderer hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Paddy Dillon schrieb 2010 in seinem Wanderführer: „around 300 people per year walk the trail“. Andere schrieben von bis zu 600 Wanderern jährlich. Aber niemand hatte sie gezählt.
Das kleine blaue Haus auf dem Campingplatz in Kangerlussuaq.

Deshalb haben wir im Sommer 2016, als wir den Campingplatz Kangerlussuaq wiedereröffnet haben, zum ersten Mal die Wanderer unter Anwendung einer statistischen Methode gezählt. Das Ergebnis war 1290 Wanderer im Jahr, viel mehr, als alle bis dahin angenommen hatten. Den ganzen Bericht kann man hier sehen.
Eine so große Zahl bringt Probleme mit sich, die die von der Kommune finanzierte Instandhaltung des Wanderweges, insbesondere der Hütten auf ihm, an ihre Grenzen kommen lässt. Es kommt hinzu, dass einige der Wanderer doch nicht nur ihre Fußspuren hinterlassen.
Deshalb wurde vor ein paar Jahren ein Verein gegründet, um einen Beitrag zum Erhalt der Polar-Route auf der Basis bürgerschaftlichen Engagements zu organisieren und die Entwicklung einer Kultur anzustreben, die auf einen verantwortungsvollen Umgangs mit dem Wanderweg und der grönländischen Natur ausgerichtet ist. In dieser Richtung hat es vor der Gründung des Vereins auch einvernehmliche Gespräche mit der Kommune gegeben, die u.a. auch zur Überlassung des Campingplatzes an den Verein führten.
Der Verein strebt aber auch an, eine Teilhabe derer an der Verwaltung und Gestaltung des Weges zu erreichen, die auf ihm wandern. Wenn die, die über die Zukunft des Weges entscheiden und sie gestalten, vielleicht nie auf dem Weg gewandert sind, und die, die auf ihm wandern, nicht an Verwaltung und Gestaltung beteiligt werden, dann sind Konflikte zwischen beiden Seiten unvermeidbar; nur durch einen Dialog können sie vermieden und / oder aufgelöst werden.
Wenn Sie einmal auf dem Weg gewandert sind, werden sie sehen, wie notwendig das alles ist. Aller Anfang für einen solchen Verein ist schwer. Deshalb sind neue Mitglieder willkommen.
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